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Red Bull Hare Scramble, Erzberg

5/29/2006

Red Bull Hare Scramble, Erzberg

Der vierte und letzte Tag am Erzberg, und endlich war es soweit: Das eigentliche Rennen, die wahre Challenge sollte endlich beginnen. Das Red Bull Hare Scramble gilt als das schwierigste Ein-Tages-Offroad Rennen der Welt mit der sicher besten fahrerischen Besetzung im gesamten Offroad-Kosmos.

Beim „Hare Scramble“ starten die 500 Schnellsten aus der Qualifikation, aufgestellt in 10 Reihen a 50 Fahrern, die in Intervallen von ca. zwei Minuten auf die ersten losen Schutthänge losgelassen werden. Es folgen „Missions Impossibles“ aller Arten über ca. 35 Kilometer Gelände aller Art. Traditionell schaffen es bloß 20-30 der 500 innerhalb der erlaubten vier Stunden überhaupt ins Ziel.

Bei regnerischen, schweren Bedingungen starteten wir also in diese 12. Ausgabe dieses Rennen. Ich hatte mir eine Menge vorgenommen, schließlich konnte ich das Hare Scramble bereits viermal gewinnen, so oft wie kein anderer Fahrer. Heuer sollte es aber schwierig werden, denn ich hatte von Anfang an Pech am laufenden Band:

Mein Start war schon mal eher mittelmäßig und bei der Aufholjagd, so um Platz zehn nach ca. zehn Minuten Fahrt, wurde plötzlich die Auspuffbirne meiner GasGas locker. Tja und damit war die Abstimmung meines Zweitakters natürlich komplett hinüber und vor allem im unteren Drehzahlbereich keine dosierbare Leistung mehr vorhanden, so dass ich vor allem auf den rutschigen Passagen im Wald und auf den Steinen große Probleme mit dem Finden des richtigen Maßes an Drehmoment am Hinterrad hatte.  Diese technischen Probleme führten zu vielen unnötigen Fehlern und damit zu weit erhöhtem Kraftaufwand. Trotzdem kämpfte ich mich bis auf Platz 3 vor, bevor mich ein krasser Markierungsfehler auf der Strecke ins Nirwana, vorbei an einem Checkpoint, und dann wieder die ganze Strecke retour auf den rechten Weg führte. Nicht nur mir ging es so, auch vielen Anderen. Die einen ignorierten den fehlenden Checkpoint, die Anderen, wie ich, verbrannten wertvolle Zeit mit Zurückfahren und Suchen und wurden durch die Organisation gleich doppelt bestraft: Durch die Annullierung dieses Checkpoints sparten die Abkürzer bzw. die ohne-CP8-Weiterfahrer, während die Anderen  als Lohn für ihre Ehrlichkeit und Sportlichkeit gleich doppelt so lange brauchten. Als mir kurz vor dem Ziel auch noch die Kette raus sprang und ich dadurch auch noch von Bartosz Oblucki überholt wurde, war der Tag endgültig gelaufen. Ein enttäuschender 6. Platz beendet somit vorerst meine Nebenbeschäftigung „Offroad“, ich konzentriere mich von nun an wieder voll auf den Stunt Riding EM Endlauf am 9./10. Juni in Finnland. Die Karten stehen gut, nachdem ich die ersten beiden Läufe gewinnen konnte, reicht im Finale ein vierter Platz für den Titel.

Chris Pfeiffer

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