Was vor ein paar Jahren noch als undenkbar galt, nämlich eine Indoor WM auf relativ kleiner Fläche durchzuführen, UND dafür mehr als eine Hand voll fähiger Rider zu finden, ist danke des Booms im Sport und der rasend schnellen technischen Entwicklung der führenden Protagonisten heute kein Problem mehr: 16 Top Rider aus USA und allen Teilen Europas haben anno 2007 kein Problem (mehr) mit einer Actionfläche von lediglich 54 mal 15 Metern. Es wurde von allen auf kleinstem Raum gekreiselt und getrickst, dass die Zürch’er Käsknöpfli rauchten.
Tausende Besucher, die im Rahmen der Swiss-Moto Messe dem zweitägigen Spektakel beiwohnten, sahen komprimiertes Streetbike-Freestyle von Morgen, denn bis vor Kurzem undenkbare Tricks zählen plötzlich fast schon zum Standard Repertoire im Spitzenfeld.
Zum Verlauf des Contests: Bereits am Samstag ging’s mit zwei Läufen a vier Minuten los, von denen der Bessere für die Gesamtwertung zählte. Schon im Ersten der beiden Runs konnte ich mit 49 Punkten – bloß ein Punkt unter dem Maximum von 50 – schwer abräumen. Damit nahm ich den zweiten Lauf eher locker und fuhr mehr für das Publikum als für die Judges. Trotzdem gab’s wieder 47 Points für mich. Gut für’s Selbstvertrauen …
Heute, Sonntag, standen erneut zwei Runs am Programm, allerdings wurden diese beiden zum Steigern der Spannung zum gestrigen „best-of“ Punktestand dazu addiert. Also am Besten gar keine Fehler machen, denn Streichresultat gab’s keines mehr.
Im ersten Lauf gelang das mit 48 Punkten erneut sehr gut und die Spannung stieg weiter. Zehn Punkte Vorsprung auf AC Farias auf Platz 2 sollten für den letzten Lauf eigentlich locker reichen, aber es war auf den vergangenen Contests immer irgendwas Unerwartetes im letzten Run mit mir oder dem Bike passiert, also blieb ich bis zum Ende relativ angespannt. Abgesehen von einem lockeren Hebel am Lenker im Warmup war im Finale aber nichts Schlimmes passiert, und obwohl mir mein Flow etwas verloren ging (war ich vielleicht doch etwas aufgeregt?), erzielte ich mit 47 Punkten erneut bzw. schon wieder den Top Score des Laufes.
Auch wenn sich mit AC Farias und mir erneut die Routine durchsetzte, gab es hier jede Menge Beispiele für die gerade ablaufenden Blut-Auffrischung im Streetbike Freestyle: Young Guns aus Europa, wie Matti Tepsa, Michael „Miguh“ Hilska, Johnnie Do oder Joni Tammela sowie alle jungen Amerikaner zeigten sehr progressives Riding.
Unseren Sport auf eine solche, neue und anspruchsvolle (Indoor-) Plattform zu heben, kam genau zur rechte Zeit, und es freut mich umso mehr, dass ich hier auch gleich auf Anhieb gewinnen konnte. „Progressiv“ ist mein Mittelname ;-)