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Zürich/SUI, 22. Feber 2009 (bh)
Motorrad-Stuntriding WM-Hattrick!
Indoor Stuntriding Weltmeistertitel Nummer drei für Chris Pfeiffer
Zum dritten Mal in Folge konnte der Allgäuer Chris Pfeiffer auf seiner BMW F 800 R die Indoor Weltmeisterschaft, ausgetragen im Rahmen der Swiss Moto Messe in Zürich, für sich entscheiden und somit den Hattrick dreier Titel en Suite komplettieren. Auf den Plätzen die beiden Ungarn Balasz HERZCEG und Zoltan ANGYAL.
In Ermangelung einer anerkannten regulären „Outdoor“ Weltmeisterschaft im Stuntriding waren am Sonntag, dem 20. Feber 2009, erneut alle Augen und Ohren auf die Indoor WM in Zürich gerichtet, zu der sich vor tausenden Besuchern Stuntrider aus aller Welt versammelten.
Toilette statt Motorrad – Anreise mit Grippe
Der regierende zweifache Weltmeister und Titelverteidiger Chris Pfeiffer (Halblech, Allgäu, GER) reiste zwar als erneuter Favorit an, doch eine schwächende Grippe machte bereits den ersten Trainingstag zur Qual: Mehr auf der Toilette als am Motorrad, stand zu diesem Zeitpunkt selbst die Teilnahme an sich in Frage. Wie die Trainings zeigten, hatte auch die Konkurrenz aus Europa und Übersee das vergangene Jahr fleißig trainierend verbracht, eine automatisch erfolgreiche Titelverteidigung war zu Beginn der Veranstaltung also mehr als fraglich.
„Nur“ Dritter im ersten Quali-Lauf
Die erste Bestätigung dieses negativ-Trends erfolgte dann auch gleich im ersten Qualifikations-Lauf am Samstag, in dem es Pfeiffer nur auf den dritten Rang schaffte. „Ich musste ein paar heisse Tricks aus meinem Repertoire nehmen, weil ich mich einfach nicht Fit genug für diese fühlte“, so der Motorrad-Profi, „und dies reichte dann schon aus, um trotz sturzfreiem Lauf die Führung nicht ergattern zu können.“
Schwyzer Schoggi als legales Doping
Mit einer großen Tafel original Schweizer Schokolade als homöopathisches Heilmittel war Pfeiffer aber dann bereits im zweiten Lauf der samstäglichen Qualifikation wieder ganz der Alte und sicherte sich mit Lauf-, und Tageshöchstnoten der Punkterichter den Sieg im zweiten Lauf und aufgrund der addierten Punkte auch gleich die Führung im Gesamtklassement vor dem sonntäglichen Finale. Die histologische Ordnung war wiederhergestellt.
Crash im Semi-Finale
Als allerletzter der 16 Semi-Finalisten rollte Pfeiffer dann heute, Sonntags, auf die 50 mal 15 Meter große, mit 70 Tonnen feinsten Asphalt eigens für diesen Event beschichtete Action-Area, nachdem die Konkurrenz nochmals alles an Kräften und Tricks mobilisierte, um Aufzuzeigen. Nach cirka zwei der gesamt vier Minuten Laufzeit seines Runs dann der Schock: Chris Pfeiffer crashte bei einer No-Hands-Wheelie Kombination! Obwohl er seinen Lauf umgehend Fortsetzen konnte und alle anderen Elemente seines Runs paßten, gab es hierfür dementsprechende Abzüge und einen leicht enervierten Chris Pfeiffer: „Unglaublich, wegen so einer Kleinigkeit! Die Rückholfeder einer selbst angebauten Fußraste brach ab, und ich verlor den Halt am Motorrad und rutschte nach hinten auf den Boden ab. Ich verlor einfach den Halt.“
Entfesselt im Finale
Mit einem gewissen Maß an Wut im Bauch und der Gewissheit, für heute bereits genug Pech gehabt zu haben, ging Pfeiffer, unterstützt durch den eigenen Fanclub und seine Familie, sowie vor tausenden fanatischen Zusehern dann in das alles entscheidende Finale, zu dem nur noch die zehn besten Rider des Semifinales zugelassen waren.
Mit einer Machtdemonstration sondergleichen zeigte Chris dabei einen Trick nach dem Anderen, flüssig, dynamisch und solide wie ein Schweizer Uhrwerk. Die Quittung der fünf Punkterichter folgte umgehend danach: Erneut Tagesbestwertung und damit mit Respektabstand zum dritten Mal in Folge Indoor-Weltmeister im Stuntriding!
„Ich war vor dem Start zum Finale sehr ruhig und habe mich eigentlich nur darauf gefreut, es allen nochmals so richtig zu zeigen. Die Stimmung hier an der Swiss-Moto war gigantisch, und so legte ich nochmals einen Drauf. Als ich meine (BMW; Anm.) F 800 R dann abstellte und auf das Scoring wartete, wußte ich bereits, daß dies reichen würde. Als ich dann die Bestätigung der Judges sah, war ich überglücklich. Unter diesen Voraussetzungen war das sicher mein härtester aller drei WM-Titel, meine Freude dementsprechend“, so Pfeiffer.
Warum eine Indoor WM?
In Ermangelung einer internationalen Outdoor Meisterschaft für beide Kontinente ist diese Indoor WM der weltweit wichtigste Gradmesser im Sport Stuntriding. Chris Pfeiffer, der „nebenbei“ auch diverse Europameisterschaftstitel gleichermassen wie Contestsiege auf den wichtigsten US-Events vorweisen kann, hat kein Problem damit, in einer Halle fahren zu dürfen: „Der Belag wird extra für diesen Event aufgetragen und ist von bester Qualität, also eben und ohne Löcher, Kratzer und sonstigen Dingen, die man nicht braucht, wenn man freihändig zum Beispiel Wheelie-Kreise zieht. Weiters stören weder Wind-, noch Wetter, die Bedingungen sind wirklich für alle gleich, und die Geräuschkulisse der vielen Zuschauer kommt in der Raumakustik gleich nochmal lauter und motivierender `rüber.“
Eine weitere Kerbe in Pfeiffer’s Colt
Wie kein zweiter dominiert Chris Pfeiffer seit 2003 die Stuntriding Szene, und dieser Erfolg ist ein weiterer Bestandteil dieser Saga. Trotzdem will sich der innovative Allgäuer, der sich als Profi-Rider verdingt, aus dem Wettbewerbs-Zirkus etwas zurückziehen. „Ich hab mehrfach alles gewonnen, was es zu holen gibt, und es wird Zeit, mal den anderen was übrig zu lassen. Ich selbst will mich in Zukunft auch vermehrt um Foto-, und Videoprojekte kümmern, meine gerade erschienene DVD „Stunting for Life“ war da nur ein Auftakt. Ich will weiter an den unendlich erscheinenden Limits dieses Sports kratzen und an der progressiven Seite weiter an vorderster Front dabei sein. Stuntriding ist einfach ein Freestyle Sport, und der läßt sich auf viele verschiedene Arten ausdrücken“, so Chris Pfeiffer gleich nach seinem heutigen Triumph kryptisch.
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Ranking
|
Rider
|
Country
|
Saturday
|
Sunday
|
Sunday
|
Sunday
|
Sunday
|
|
|
|
|
max. Points
|
Semi-final
|
Subtotal
|
Final
|
Total
|
|
1
|
Chris Pfeiffer
|
Germany
|
46.0
|
43.0
|
89.0
|
47.5
|
136.5
|
|
2
|
Balazs Herczeg
|
Hungary
|
42.0
|
44.0
|
86.0
|
46.0
|
132.0
|
|
3
|
Zoltan Angyal
|
Hungary
|
42.0
|
42.5
|
84.5
|
45.0
|
129.5
|
|
4
|
Humberto Ribeiro
|
Portugal
|
41.5
|
42.5
|
84.0
|
42.0
|
126.0
|
|
5
|
Mattie Griffin
|
Ireland
|
39.0
|
42.0
|
81.0
|
43.5
|
124.5
|
|
6
|
Sébastien Desbonnet
|
France
|
41.0
|
41.5
|
82.5
|
40.0
|
122.5
|
|
7
|
Narcis Roca
|
Spain
|
38.5
|
39.0
|
77.5
|
41.5
|
119.0
|
|
8
|
Rafal Pasierbek
|
Poland
|
36.0
|
41.5
|
77.5
|
40.0
|
117.5
|
|
9
|
Ricardo Domingos
|
Portugal
|
40.0
|
39.5
|
79.5
|
37.5
|
117.0
|
|
10
|
Bruno Ferreira
|
France
|
42.0
|
40.5
|
82.5
|
32.5
|
115.0
|
|
11
|
Aaron Twite
|
USA
|
40.0
|
35.0
|
75.0
|
drop out
|
|
|
12
|
Steven Fransen
|
Belgium
|
36.0
|
36.0
|
72.0
|
drop out
|
|
|
13
|
Bart Van den Eynde
|
Belgium
|
31.0
|
36.0
|
67.0
|
drop out
|
|
|
14
|
Marcus Larsson
|
Sweden
|
28.5
|
29.5
|
58.0
|
drop out
|
|
|
15
|
Jurrien Hillen
|
Holland
|
27.0
|
30.5
|
57.5
|
drop out
|
|
|
16
|
Marco Lürzer
|
Austria
|
24.0
|
24.5
|
48.5
|
drop out
|
|